Beim Bremsentest im Rahmen der Hauptuntersuchung (HU) prüft die Prüfstelle, ob dein Fahrzeug innerhalb der vorgeschriebenen Zeit und mit ausreichender Kraft zum Stehen kommt – und genau das entscheidet häufig über die Plakette.
- Der Bremsentest bei der Hauptuntersuchung prüft Betriebsbremse, Feststellbremse und Bremskraftverteilung am Bremsenprüfstand.
- Die Betriebsbremse muss eine Verzögerung von mindestens 5,0 m/s² erreichen, die Feststellbremse mindestens 1,5 m/s².
- Eine Bremskraft-Abweichung von mehr als 30 % zwischen linkem und rechtem Rad einer Achse gilt als Mangel.
- Wer vor dem Termin was bei der Hauptuntersuchung geprüft wird kennt, vermeidet die häufigsten Bremsenmängel bei der HU 2026.
Warum der Bremsentest so wichtig ist
Bremsen zählen bei der Hauptuntersuchung regelmäßig zu den am häufigsten beanstandeten Baugruppen, unabhängig davon, ob die Prüfung bei TÜV, DEKRA oder KÜS stattfindet – die Prüfkriterien sind bundesweit einheitlich geregelt. Ein Mangel an der Bremsanlage wird fast immer als erheblicher oder sogar gefährlicher Mangel eingestuft, weil er direkt die Verkehrssicherheit betrifft.
Wenn du wissen willst, was bei der Hauptuntersuchung geprüft wird, gehört der Bremsentest zu den Kernpunkten neben Achsen, Beleuchtung und Abgasanlage. Bei HolDeinePlakette läuft die Bremsprüfung an den Prüfstationen in Nürnberg, Köln, Frankfurt und den anderen Standorten nach denselben Kriterien ab, egal ob du dein Fahrzeug selbst vorbeibringst oder den Hol-Bring-Service nutzt.
Was du für den Termin brauchst
- Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I)
- Nachweis der letzten Abgasuntersuchung, falls separat durchgeführt
- Funktionsfähige Betriebs- und Feststellbremse ohne Warnleuchte im Cockpit
- Ausreichend Bremsflüssigkeit im Ausgleichsbehälter
- Rund 30 bis 45 Minuten Zeit für die gesamte Hauptuntersuchung 2026
Wer sich vorab absichern will, findet in der Checkliste vor der Hauptuntersuchung die wichtigsten Punkte, die über den Bremsentest hinausgehen.
So läuft der Bremsentest ab
1. Sichtprüfung der Bremsanlage
Der Prüfer schaut sich Bremsleitungen, Bremsschläuche, Beläge und Scheiben von unten an. Risse in Leitungen, stark korrodierte Scheiben oder undichte Bremssättel fallen hier sofort auf. Diese Sichtprüfung entscheidet, ob das Fahrzeug überhaupt auf den Bremsenprüfstand darf.
2. Betriebsbremse auf dem Rollenprüfstand
Das Fahrzeug fährt auf den Bremsenprüfstand, die Räder liegen auf gegenläufig drehenden Rollen. Du trittst das Bremspedal mit zunehmender Kraft, während ein Messsystem die Bremskraft an jedem Rad erfasst. Die Betriebsbremse muss dabei eine Verzögerung von mindestens 5,0 m/s² erreichen – erreicht sie das nicht, gilt das als Mangel.
3. Bremskraftverteilung zwischen den Rädern
Zusätzlich zur Gesamtkraft vergleicht die Prüftechnik die Bremskraft zwischen linkem und rechtem Rad derselben Achse. Weicht sie um mehr als 30 % voneinander ab, deutet das auf einseitig verschlissene Beläge, festsitzende Bremssättel oder Luft im Bremskreis hin – ein klassischer Grund für eine Nachprüfung.
4. Feststellbremse (Handbremse)
Die Feststellbremse wird separat gemessen und muss eine Mindestverzögerung von 1,5 m/s² erreichen. Bei vielen Fahrzeugen mit elektrischer Parkbremse prüft die Prüfstelle zusätzlich die korrekte Funktion des Schalters und der Warnanzeige.
5. ABS und elektronische Bremssysteme
Moderne Fahrzeuge sind mit ABS, ESP und teilweise Bremsassistenten ausgestattet. Der Prüfer kontrolliert, ob die entsprechenden Warnleuchten beim Motorstart kurz aufleuchten und danach erlöschen. Bleibt eine Kontrollleuchte dauerhaft an, wird das als Mangel dokumentiert.
6. Bewertung und Einstufung des Ergebnisses
Am Ende trägt die Prüfstelle das Ergebnis in drei Kategorien ein: geringer Mangel, erheblicher Mangel oder gefährlicher Mangel. Bei einem gefährlichen Mangel an der Bremsanlage – etwa einer defekten Bremsleitung – darf das Fahrzeug die Prüfstelle unter Umständen nicht mehr aus eigener Kraft verlassen.
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Troubleshooting: Typische Probleme beim Bremsentest
- Ungleiche Bremskraft zwischen den Rädern: meist ein Zeichen für festsitzende Bremssättel oder unterschiedlich verschlissene Beläge, lässt sich vor dem Termin in einer Werkstatt prüfen lassen.
- Quietschende oder schleifende Geräusche: deutet auf zu dünne Beläge oder Rost auf der Bremsscheibe hin, führt aber nicht automatisch zu einem Mangel, wenn die Messwerte stimmen.
- Handbremse hält nicht am Berg: häufig ein Nachstellproblem bei mechanischen Handbremsseilzügen, bei elektrischen Parkbremsen oft ein Kalibrierungsfehler.
- Warnleuchte für ABS oder Bremssystem leuchtet dauerhaft: führt fast immer zu einem erheblichen Mangel und sollte vor dem Termin ausgelesen werden.
- Bremsflüssigkeit unter Minimum: einfach zu beheben, wird aber bei der Sichtprüfung trotzdem dokumentiert, wenn sie nicht vorab aufgefüllt wurde.
Welche dieser Punkte bei der HU 2026 am häufigsten zu Nachprüfungen führen, zeigt die Übersicht zu den häufigen Mängeln bei der Hauptuntersuchung.
Werkzeuge und weiterführende Infos
- Bremsenprüfstand (Rollenprüfstand) an der Prüfstelle – kein eigenes Werkzeug nötig
- OBD-Diagnosegerät zum Auslesen von ABS-Fehlercodes vor dem Termin, falls verfügbar in einer Werkstatt
- Taschenlampe für die eigene Sichtkontrolle der Bremsscheiben vor der Fahrt zur Prüfstelle
- Details zur passenden Prüfstelle in Nürnberg, falls du in der Region unterwegs bist
Was du als Nächstes tun solltest
Buche deinen HU/AU-Termin 2026 online und entscheide dich, ob du dein Fahrzeug selbst zur Prüfstation bringst oder den Hol-Bring-Service nutzt. Prüfe Bremsflüssigkeit und Warnleuchten schon einen Tag vorher, dann bleibt am Prüftag keine Überraschung am Bremsenprüfstand.
FAQ
Was genau wird beim Bremsentest der Hauptuntersuchung geprüft?
Geprüft werden Betriebsbremse, Feststellbremse, die Bremskraftverteilung zwischen den Rädern und die Funktion von ABS-Warnleuchten. Die Betriebsbremse muss mindestens 5,0 m/s² Verzögerung erreichen, die Feststellbremse mindestens 1,5 m/s².
Wie viel Bremskraft-Unterschied zwischen den Rädern ist erlaubt?
Die Bremskraft zwischen linkem und rechtem Rad derselben Achse darf um maximal 30 % voneinander abweichen. Größere Abweichungen gelten als Mangel und führen meist zu einer Nachprüfung.
Führt ein Bremsenmangel automatisch zum Durchfallen bei der HU 2026?
Ein erheblicher oder gefährlicher Mangel an der Bremsanlage führt fast immer dazu, dass die Plakette nicht erteilt wird. Geringe Mängel wie leicht unter Minimum liegende Bremsflüssigkeit werden dagegen häufig nur vermerkt.
Ist der Bremsentest bei TÜV, DEKRA und KÜS unterschiedlich?
Nein, die Prüfkriterien für den Bremsentest sind bundeseinheitlich geregelt und unterscheiden sich nicht zwischen den anerkannten Prüforganisationen. Unterschiede gibt es höchstens bei Terminverfügbarkeit und Service drumherum.
Wie lange dauert der Bremsentest bei der Hauptuntersuchung?
Der eigentliche Bremsentest am Rollenprüfstand dauert wenige Minuten. Die gesamte Hauptuntersuchung inklusive Bremsentest nimmt in der Regel 30 bis 45 Minuten in Anspruch.
Kann eine elektrische Parkbremse durch den Bremsentest fallen?
Ja, wenn die elektrische Parkbremse nicht die geforderte Mindestverzögerung von 1,5 m/s² erreicht oder die Kontrollanzeige fehlerhaft arbeitet. Das wird genauso bewertet wie eine mechanische Handbremse.
Was mache ich, wenn mein Fahrzeug beim Bremsentest durchfällt?
Bei einem erheblichen Mangel bleibt in der Regel ein Monat Zeit für eine kostenpflichtige Nachprüfung, bei einem gefährlichen Mangel muss der Defekt vor der Weiterfahrt behoben werden. Eine Werkstatt kann die betroffenen Bauteile gezielt tauschen.
Eine Sache noch
Die 30-Prozent-Grenze bei der Bremskraftabweichung wird oft unterschätzt: Ein Fahrzeug kann in der Summe genug Bremskraft liefern und trotzdem durchfallen, wenn ein einzelnes Rad deutlich schwächer bremst als sein Gegenstück. Wer vor 2026 zuletzt Bremsbeläge nur einseitig getauscht hat, sollte das vor dem Termin gegenprüfen lassen.




