Bei Elektroautos ändert sich bei der Hauptuntersuchung (HU) mehr, als viele Fahrer erwarten – von der Hochvolt-Batterie-Prüfung bis zur wegfallenden Abgasuntersuchung. Diese Anleitung zeigt dir, was 2026 auf dich zukommt und wie du dein E-Auto optimal vorbereitest.
- Wer nach TÜV Kosten E Auto sucht, meint meist die HU-Kosten – bei reinen E-Autos entfällt die AU-Gebühr komplett.
- Zusätzlich prüft die Station Hochvolt-System, Isolationswiderstand und den Zustand der Antriebsbatterie.
- Bremsen verschleißen durch Rekuperation seltener, rosten aber schneller – vorab kontrollieren lohnt sich.
- Reifen nutzen sich durch Mehrgewicht und Drehmoment schneller ab, Pflicht sind 1,6 mm Restprofil.
- HolDeinePlakette führt die HU/AU als KÜS-Partner in acht Städten durch, inklusive Hol-Bring-Service.
Warum das wichtig ist
Wenn du nach TÜV Kosten E Auto suchst, meinst du in der Regel die Kosten für die Hauptuntersuchung (HU) deines Elektrofahrzeugs. Der Begriff TÜV bezeichnet konkret nur die Organisationen TÜV Rheinland, TÜV Süd und TÜV Nord. Die HU selbst ist gesetzlich in §29 StVZO geregelt und wird von mehreren amtlich anerkannten Prüforganisationen durchgeführt – dazu gehören TÜV, DEKRA und KÜS.
HolDeinePlakette ist KÜS-Partner und führt die HU/AU an eigenen Prüfstationen durch, unter anderem in Nürnberg, Köln und Frankfurt. Für Elektroautos gelten dabei zusätzliche Prüfkriterien, die bei Verbrennern keine Rolle spielen: Hochvolt-System, Isolationswiderstand und die Antriebsbatterie. Ein Blick auf die generellen Prüfkriterien der Hauptuntersuchung hilft dir, den Ablauf besser einzuordnen, bevor du ins Detail gehst.
Was du brauchst
- Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
- Vorherige Prüfplakette bzw. letzter HU-Bericht, falls vorhanden
- Fahrzeug betriebsbereit, HV-System eingeschaltet für Diagnosetests
- Rund 30 bis 45 Minuten Zeit an der Prüfstation einplanen
- Zahlungsmittel für die Prüfgebühr
Verbrenner vs. E-Auto im Vergleich
| Prüfpunkt | Verbrenner | E-Auto |
|---|---|---|
| AU (Abgasuntersuchung) | Pflicht | entfällt bei reinen E-Autos |
| Hochvolt-Batterie-Check | nicht relevant | Pflicht |
| Bremsverschleiß | regelmäßig | geringer, aber Korrosionsrisiko |
| AVAS-Pflicht | nicht relevant | Pflicht seit 2021 |
| HU-Intervall | alle 2 Jahre | alle 2 Jahre |
Die Schritte
1. Prüfintervall für dein E-Auto checken
Das HU-Intervall ist für Elektroautos identisch mit dem für Verbrenner: Neuwagen müssen erstmals nach 3 Jahren zur Prüfung, danach alle 2 Jahre. Das gilt unabhängig vom Antrieb, weil die HU-Intervalle nach Fahrzeugalter gesetzlich einheitlich festgelegt sind. Ein häufiger Fehler: Halter von E-Autos gehen davon aus, das Intervall sei kürzer, weil die Technik neuer ist – das stimmt nicht.
2. Hochvolt-System und Batterie vorab kontrollieren
Die Prüforganisation misst den Isolationswiderstand des HV-Systems und kontrolliert Warnleuchten sowie den äußeren Zustand des Batteriegehäuses. Ein beschädigtes Batteriegehäuse oder ein ausgelöster Isolationsfehler führt zur direkten Beanstandung. Lass Unterbodenschäden nach Bordsteinkontakt vor dem Termin von einer Fachwerkstatt prüfen, denn das ist 2026 einer der häufigsten neuen Beanstandungspunkte bei E-Autos.
3. Bremsen auf Flugrost prüfen
Rekuperation bremst das Fahrzeug über den Elektromotor ab, die mechanischen Bremsbeläge werden dadurch seltener genutzt. Das klingt gut, hat aber einen Nebeneffekt: Bremsscheiben, die kaum genutzt werden, entwickeln Flugrost schneller, als sie mechanisch verschleißen. Wenn die Bremsscheiben durch Rekuperation kaum genutzt werden, rosten sie schneller, als sie verschleißen.
“Wenn die Bremsscheiben durch Rekuperation kaum genutzt werden, rosten sie schneller, als sie verschleißen.”
4. Reifen und Profiltiefe messen
Viele E-Autos wiegen durch die Antriebsbatterie 1,8 bis 2,3 Tonnen und liefern mehr Drehmoment als vergleichbare Verbrenner. Beides beschleunigt den Reifenverschleiß, besonders an der Hinterachse bei Heckantrieb. Miss die Profiltiefe vor dem Termin selbst nach – das gesetzliche Minimum liegt bei 1,6 mm, alles darunter führt zur Ablehnung.
5. AVAS-Funktion testen
Das akustische Warnsystem AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) ist für neue Typgenehmigungen seit dem 1. Juli 2019 und für alle Neuzulassungen seit dem 1. Juli 2021 EU-weit Pflicht. Die Prüfstelle kontrolliert, ob das Fahrzeug bis rund 20 km/h ein Warngeräusch abgibt. Ein defekter AVAS-Lautsprecher fällt oft erst bei der HU auf, weil er im Fahrbetrieb kaum wahrgenommen wird.
6. Termin online buchen oder Hol-Bring-Service nutzen
Buche deinen HU/AU-Termin online und plane die Prüfzeit realistisch ein. Wenn du keine Zeit für die Fahrt zur Station hast, holt HolDeinePlakette dein Fahrzeug ab, fährt es zur Prüfstation und bringt es zurück – der Hol-Bring-Service ist der Grund für den Namen des Unternehmens. Das spart dir die Wartezeit vor Ort komplett.
7. Nach der Prüfung: Bericht und Plakette kontrollieren
Nach bestandener HU erhältst du die neue Prüfplakette und einen Prüfbericht mit dem nächsten Fälligkeitsdatum. Kontrolliere den Bericht auf vermerkte Mängel, auch wenn die Plakette bereits angebracht wurde – manche Beanstandungen (geringfügige Mängel) musst du trotzdem innerhalb einer Frist beheben.
HU-Termin für dein E-Auto sichern
Online buchen oder Hol-Bring-Service in Nürnberg nutzen.
Problemlösung: Typische Herausforderungen bei der E-Auto-HU
Die häufigen Mängel bei der Hauptuntersuchung unterscheiden sich bei E-Autos in Details. Diese Punkte tauchen 2026 am öftesten auf:
- Isolationsfehler an HV-Kabeln: entsteht durch Scheuerstellen oder Feuchtigkeit – vor dem Termin von einer Fachwerkstatt prüfen lassen.
- Korrodierte Bremsscheiben: regelmäßige kurze Vollbremsungen im Alltag beugen Flugrost vor.
- Vorzeitiger Reifenverschleiß hinten: Reifendruck und Achsvermessung vor der Prüfung kontrollieren.
- AVAS-Lautsprecher ohne Funktion: Sicherung und Steckverbindung prüfen, oft ein einfacher Kontaktfehler.
- Unterbodenschutz der Batterie beschädigt: nach jedem Bordsteinkontakt sichtprüfen, besonders vor der HU.
Tools und Ressourcen
- Zulassungsbescheinigung Teil I griffbereit halten
- Letzten HU-Bericht als Vergleich mitnehmen
- Reifenprofilmesser für die Eigenkontrolle vor dem Termin
- Online-Terminbuchung bei HolDeinePlakette für HU/AU
- Hol-Bring-Service, wenn keine Zeit für die Anfahrt bleibt
Was du als Nächstes tun solltest
Wenn deine HU bestanden ist, solltest du wissen, was die Prüfplakette am Nummernschild bedeutet, um dein nächstes Fälligkeitsdatum selbst im Blick zu behalten. Das erspart dir bis 2028 unnötige Erinnerungs-Apps oder Kalendereinträge.
FAQ
Was kostet die HU für ein E-Auto 2026?
Die HU-Kosten für ein E-Auto setzen sich aus der Grundgebühr und eventuellen Zusatzprüfungen zusammen. Da die AU bei reinen E-Autos entfällt, sparst du diesen Anteil gegenüber einem Verbrenner. Aktuelle Preise erfährst du direkt bei der Terminbuchung.
Entfällt die Abgasuntersuchung bei Elektroautos komplett?
Ja, reine Elektrofahrzeuge ohne Verbrennungsmotor benötigen keine AU, weil sie keine Abgase erzeugen. Bei Plug-in-Hybriden bleibt die AU dagegen Pflicht, weil sie einen Verbrennungsmotor besitzen.
Wie oft muss ein E-Auto zur Hauptuntersuchung?
Ein E-Auto muss wie jedes andere Fahrzeug erstmals nach 3 Jahren und danach alle 2 Jahre zur HU. Der Antrieb ändert am gesetzlichen Intervall nichts.
Was wird bei E-Autos zusätzlich zur normalen HU geprüft?
Zusätzlich kontrolliert die Prüfstelle das Hochvolt-System, den Isolationswiderstand und den Zustand des Batteriegehäuses. Bei neueren Fahrzeugen wird auch die AVAS-Funktion getestet.
Verschleißen Bremsen bei E-Autos anders?
Ja, durch Rekuperation werden die mechanischen Bremsbeläge seltener beansprucht und verschleißen langsamer. Das erhöht allerdings das Risiko von Flugrost an den Bremsscheiben, weil sie seltener durchgebremst werden.
Muss die Batterie für die HU voll geladen sein?
Eine volle Ladung ist nicht zwingend nötig, das Fahrzeug muss aber betriebsbereit sein, damit die Diagnosetests am HV-System laufen können. Ein Ladestand nahe null kann Diagnosefunktionen einschränken.
Ist KÜS eine anerkannte Prüforganisation für E-Autos?
Ja, KÜS ist eine amtlich anerkannte Prüforganisation nach §29 StVZO, genau wie TÜV oder DEKRA. Sie prüft E-Autos nach denselben gesetzlichen Kriterien.
Wo kann ich die HU für mein E-Auto in Nürnberg machen lassen?
HolDeinePlakette betreibt eine KÜS-Prüfstation in Nürnberg mit Online-Terminbuchung und Hol-Bring-Service. Damit musst du dein Fahrzeug nicht selbst zur Station fahren.
Eine Sache noch
Der meistübersehene Punkt bei der E-Auto-HU ist nicht die Batterie, sondern die Bremse: Weil Rekuperation die mechanische Bremse kaum beansprucht, rosten Bremsscheiben bei wenig gefahrenen E-Autos schneller durch, als sie sich abnutzen. Ein kurzer, kräftiger Bremsvorgang alle paar Wochen reicht oft aus, um das zu verhindern – und genau das wird bei der HU 2026 zunehmend kontrolliert.




